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... Friedrich Steinmeier

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Zum plötzlichen Tod von Friedrich Steinmeier am 15. August 2008


Ein Leben für die Poesie

Friedrich Steinmeier verstarb im Alter von 78 Jahren

Nachruf von Andrea Rolfes in der Neuen Westfälischen Bünde

Alles habe seine Vorteile, sagte Friedrich Steinmeier einmal über das Älterwerden. Für ihn war das Schönste, seine Tage im Rentenalter so zu gestalten, wie er es mochte. Er saß am liebsten im Garten auf seiner Holzbank und genoss den süßen Duft der Blumen. Gestern erlag der 78-Jährige einem schweren Krebsleiden.

„Er hat sich den Zeitpunkt seines Todes so gewünscht“, weiß seine Frau Ingrid. Es war sein eigener Plan: Friedrich Steinmeier hatte die NW vor wenigen Tagen gebeten, sein neues Buch vorzustellen. Das war sein letzter Wille. Es sollte ein Abschiedsgeschenk an seine treuen Leser sein, erzählte er einem guten Freund. Er bat darum, den Artikel am Freitag erscheinen zu lassen, was die Redaktion ihm versprach.

Um halb sechs Morgens habe er gefragt, ob die Zeitung schon da sei, erzählt Ingrid Steinmeier. Seine Tochter holte sie, fand den Artikel, zeigte ihm das Foto und las ihm den Text vor. Darauf hatte er noch gewartet – er hinterlässt den Bündern das wohl Persönlichste, was ein Mensch schenken kann: die Erinnerungen an sein Leben in Poesie gegossen.

„Das, was ich sagen wollte, habe ich erzählt“, sagte Friedrich Steinmeier vor Jahren an seinem 75. Geburtstag. Und das waren viele schöne Worte – seine liebsten Auszüge aus seinen Gedichten und Geschichten hat er am Ende seines Lebens nocheinmal zusammengefasst, in einem Buch, das er „Die Goldammer aber sang ein anderes Lied“ nannte. Ein melancholischer Abschied, der aber keineswegs traurig sein sollte. Denn der Naturliebhaber genoss sein Leben mit seiner Familie ebenso wie seine Erinnerungen an eine Jugend am Kartoffelfeuer.

Die Bünder liebten seine Geschichten wie „Schokoladenpapier“ oder „Pattwege“, kamen stets in Scharen, wenn Friedrich Steinmeier aus seinen Büchern vorlas. Einladungen von Vereinen und Verbänden aus der Region nahm er immer gerne an und Ehefrau Inge, die 57 Jahre mit ihrem „Fritz“ durch Dick und Dünn ging, war stets die treue Begleiterin an seiner Seite.

(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Samstag 16. August 2008)


Ein stiller Beobachter

Autor Friedrich Steinmeier am Freitag gestorben

Nachruf von Marold Osterkamp in der Bünder Zeitung

Was bleibt von uns, wenn wir gehen? Diese Frage hat sich Friedrich Steinmeier immer wieder gestellt. Sein neues Buch sollte so etwas wie ein Vermächtnis sein. Am Freitag ist der bekannte Autor im Alter von 78 Jahren gestorben.

Eigentlich sollte »Die Goldammer aber sang ein anderes Lied« zu seinem 80. Geburtstag erscheinen, doch Steinmeier wusste wohl, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleiben würde. Deshalb war er froh, die Entstehungsgeschichte des Buches noch bis zum Ende begleiten zu können. Es ist ein würdiges Vermächtnis geworden.

Friedrich Steinmeier fasst darin die Gedanken und lyrischen Bilder zusammen, die ihm wichtig waren und am Herzen lagen. Es ist die Quintessenz aus seinen vielen Büchern. Die Gedichte und lyrischen Passagen spiegeln seine Liebe zur westfälischen Heimat wider, seine Verbundenheit mit der Natur und den Menschen auf ihren so unterschiedlichen Wegen. Sein Buch ist auch ein Plädoyer für das Leben in all seiner Schönheit.

Friedrich Steinmeier wurde am 30. Mai 1930 in Ennigloh geboren, studierte an der PH in Bielefeld und arbeitete dann als Volksschullehrer in Westkilver und Ennigloh. 13 Bücher erschienen, vor allem seine volkstümlichen Erzählungen wie »Schokoladenpapier« fanden ein großes und dankbares Publikum. So gut er auch erzählen konnte, seine große Leidenschaft galt der Lyrik, die in seinem letzten Buch nun im Mittelpunkt steht. Es enthält lyrische Fragmente und den Gedichtzyklus »Auf späten Wegen«, der 2003 erstmals erschienen ist. Im Gedicht »Das alte Buch« heißt es:

»Auf der Gartenbank das alte Buch. Ich nehme es oft zur Hand jetzt im Herbst. Doch ich weiß nicht, wann ich die letzte Seite lesen werde.«

Friedrich Steinmeier war ein genauer und stiller Beobachter. Er hatte ein Gefühl für die Natur, für die unterschiedlichen Jahreszeiten und Stimmungen und fand dafür Worte, die direkt ins Herz gingen. Seine zahlreichen Erzählungen bewiesen Humor und Menschenkenntnis.

Im Rampenlicht wollte er niemals stehen, deshalb war ihm der plötzliche Erfolg nach seinen ersten Erzählungsbänden wohl auch ein wenig unheimlich.

Er las jedoch sehr gerne vor Publikum, mochte es, die Reaktionen seiner Zuhörer zu empfinden. Als er vor gut einem Jahr in Brüngers Landwirtschaft zum letzten Male öffentlich las, war es so etwas wie ein kleiner Abschied.

Das Buch ist im Verlag Drei Mühlen erschienen, sorgfältig gebunden und schön illustriert mit Zeichnungen von Manfred Buchholz. Es ist in allen Buchhandlungen erhältlich und kostet 15,80 Euro.

In seinen Gedichten wird Steinmeier weiterleben.

(Westfalen-Blatt Bünder Zeitung, Samstag 16. August 2008)

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