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... Friedrich Steinmeier

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Die Goldammer aber sang ein anderes Lied:

Liebeserklärung an die Natur

Rezension von Andrea Rolfes in der Neuen Westfälischen vom 15.8.2008

Friedrich Steinmeier suchte schon immer das Kostbare im Einfachen. In seiner Jugend saß der in der Region bekannte Autor oft unter dem vergilbten Blätterdach eines alten Apfelbaums. Den Herbstduft reifer Früchte genießend, hätte er am liebsten die Uhren angehalten, schreibt der inzwischen 78-Jährige in seinem jüngst erschienenen, neuen Buch. Es sei eine Galerie seiner schönsten, ihm lieb gewordenen Sprachgemälde, ein Geschenk an seine treue Leserschaft.

Im Juni vergangenen Jahres hielt Steinmeier seine letzte Lesung in Brüngers Kulturscheune. Danach wurde es ruhig um den in Ennigloh lebenden Autor, der sich aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hat. Nun meldet er sich auf seine persönlichste Art zurück – mit einer Auswahl sensibel geschriebener Gedichte und lyrischer Fragmente seiner zahlreichen Geschichten.

„Friedrich Steinmeier hat die schönsten Perlen aus der Fülle beschriebener Seiten herausgehoben und bietet sie zur stillen Betrachtung an“, so steht es auf dem Rücken des im Verlag Drei Mühlen erschienenen Buches geschrieben. Sein Titel „Die Goldammer aber sang ein anderes Lied“ stimmt den Leser auf den Inhalt ein. Tiefgründig, manchmal humorvoll, manchmal melancholisch beschreibt Steinmeier seine Sicht auf die Welt, in der die Natur und ihre faszinierenden Schauspiele die Hauptrolle spielen.

Er erinnert sich an die Blütenfülle im Mai, Schlittenkufen im Schnee und den Duft des Pfeifenstrauchs. „...es mag sein, dass der Dunst im September ein bisschen Melancholie verbreitet, aber durch ihn hindurch wärmt die Sonne meiner frühen Jahre, und untrennbar mit ihm verbunden ist die Erinnerung an den Herbsttraum einer Kindheit auf dem Lande, an die Kartoffelfeuer.“

Steinmeier hat sich die Erinnerungen an seine Jugend im Herzen bewahrt, mehr denn je verehrt er heute die unbelassene Natur: So schreibt er an anderer Stelle in dem 126 Seiten umfassenden Buch: „...gut, dass es Plätze gibt, die nur zu Fuß zu erreichen sind, so bewahren sie ihre stille Einsamkeit.“

Wer Steinmeiers Geschichten kennt, das Büchlein zu Händen nimmt und darin blättert, wird auf alte Bekannte stoßen. Der Dichter nimmt den Leser lächeln an die Hand, führt ihn an entlegene Orte des Bünder Landes und lässt ihn teilhaben an seinen Erinnerungen. Er beschreibt die Veränderungen der Landschaft, die entschwundene Idylle. Der Verlust von Vogelarten und Gebäuden sei schmerzhaft, sagte er einmal und fügte an: „Die Zeit ist im Fluss. Ich bin froh, dass ich es erleben durfte. Meine Kindheit würde ich nicht für alles Geld der Welt eintauschen.“ Wer dieses Zitat im Kopf behält, während er die Zeilen der Gedichte und Fragmente liest, spürt den wehmütigen Hauch, der über die Worte weht. Steinmeiers wohl persönlichstes und letztes Buch.

„Die Golammer aber sang ein letztes Lied“, Verlag Drei Mühlen, 15,80 Euro.

(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Freitag 15. August 2008)

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