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So urteilte die Presse über "Die Bärengeschichte":

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Märchenhaft aktuell

Willi  Fleddermann und Michael Strauß haben gemeinsam ein Buch herausgebracht

Rezension der Neuen Westfälischen am 11.12.2009 von Andrea Rolfes (Text) und Patrick Menzel (Fotos)

Märchen sind Kinderkram und ein Auslaufmodell in der heutigen, sich rasant verändernden Zeit. Wer das glaubt, sollte „Die Bärengeschichte“ lesen. Das Buch, geschrieben vom Kirchlengerner Autor Willi  Fleddermann und illustriert vom Bünder Museumsleiter Michael Strauß, fesselt ab der ersten Zeile. Warum? Weil es ein modernes Märchen ohne Happy End ist, dass die Beschreibung unserer paradoxen Welt im Kern trifft.

Die Unterzeile des Titels unterstreicht den universellen Charakter der Geschichte: „Märchen aus Abertausendundeiner Nacht für Menschen in Nomadenzelten, Hütten, Iglus, zivilisierterem Wohnraum und klimatisierten Luxusbungalows.“ Wer das Buch gelesen hat, versteht, was Willi  Fleddermann ausdrücken möchte: Diese Geschichte geht uns alle an.

Sie ist mit einfachen Worten und einem bewusst sensiblen Ton erzählt. Weiße und schwarze Bären sind es, die in einem Wald friedlich miteinander leben, sich respektieren und tolerieren – bis sie den Honigbaum entdecken und der Fuchs ins Tal der Bären kommt. Ein schwelender Konflikt entbrennt letztlich zum Kampf, bis die Bärenvölker in Feindschaft leben ohne Sicht auf Frieden.

Fleddermann nimmt bewusst das Symbol der Paradiesgeschichte auf mit all ihren Fragen nach Gut und Böse, nach Erkenntnis, nach Schuld und Scham. Alles das, was ein Märchen ausmacht. Doch der Autor aus Kirchlengern lässt sich nicht dazu verleiten, Schuld zuzuweisen oder zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. „Das wäre zu einfach“, sagt er. Es geht um mehr in seiner Geschichte. Vor allem um Misstrauen und Ängste, die alle Bären lähmen. Adaptieren lässt sich all das natürlich auf menschliche Unzulänglichkeiten. Womit sich die Frage anschließt, warum ein dauerhaftes friedliches Zusammenleben weder der Bären noch der Menschen gelingen will.

Die Figur des Fuchses gibt keine Antworten. Sie bleibt rätselhaft – schillernd und nicht greifbar. Superintendent Michael Krause, der das Vorwort zur Bärengeschichte geschrieben hat, hat sich über die Rolle des Fuchses besonders Gedanken gemacht: „Der Konflikt kann ihm nicht allein angelastet werden. Der gescheiterte Friedenprozess liegt schon in der Autonomie der Bären selbst“, sagt er. Womit ein direkter Vergleich möglich wäre. Zum Konflikt zwischen Israel und Palästina, vor allem aber zum Kalten Krieg, der von Misstrauen und Ängsten dominiert war.

Die unterschiedlichen Stimmungen, die sich durch die Geschichte ziehen, mal düster und mal hell sind, fängt Michael Strauß in seinen Illustrationen auf. Sie eröffnen dem Leser den Blick auf das Tal der Bären, den anfänglichen Frieden und den erbitterten Kampf. Für Strauß ist es die erste Buch-Illustration. „Ich war sofort Feuer und Flamme“, erinnert er sich. Seine Herangehensweise an die Geschichte sei allerdings unkonventionell gewesen, denn er habe zu erst den letzten Satz des Buches – „Auch die Angst führte zu nichts“ – gelesen, was ihn gleich in den Bann gezogen habe. „Ein absolut zutreffender Satz“, so Strauß, der sich unmittelbar daran machte, das moderne Märchen zu bebildern.

(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Freitag 11. Dezember 2009)

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Auf der Suche nach Frieden

Neues Buch: Willi Fleddermann und Michael Strauß veröffentlichen Märchen

Rezension der Bünder Zeitung am 11.12.20090 von Hilko Raske (Text und Foto)

Wo Vertrauen das Leben erleichtern könnte, regiert Angst. Wie sie das Leben prägt, erzählt ein Märchen, das der Südlengeraner Verlag Drei Mühlen nun in Buchform veröffentlicht hat.

Der heimische Autor Willi Fleddermann hat dieses Märchen für jugendliche und erwachsene Leser verfasst, die Illustrationen dazu stammen von dem Künstler Michael Strauß, den Bündern bekannt als Leiter der hiesigen Museumsinsel. »Die Bärengeschichte ... und der Fuchs ging zum Honigbaum« ist der Titel des Buches. Was im ersten Moment nach einer kindgerechten Fabel klingt, ist eine Geschichte mit den zeitlosen Fragen nach Gut und Böse, Schuld und Scham. Dabei werden bewusst Parallelen zur biblischen Vertreibung aus dem Paradies, zum Verlust der Unschuld gezogen. Nur sind es diesmal die weißen und schwarzen Bären, die diese schmerzhafte Erfahrung machen müssen. Ihr friedliches Leben ändert sich unmerklich, aber auch unwiderruflich, als der Fuchs in ihr Leben tritt. Er ist eine schillernde Figur, in dessen Gegenwart das Böse wächst und zur tödlichen Drohung wird. Er sät die Angst, die jegliches Vertrauen auszuschließen scheint.

Die Geschichte, die sich auf mehreren Erzählebenen bewegt, befasst sich mit einem grundlegenden Problem der Menschen: warum gelingt den Menschen kein dauerhaft friedliches Zusammenleben, warum ist der Konflikt, der Krieg, stets Begleiter der Menschheit? Michael Strauß gestaltet zum Thema des Buches eine parallel verlaufende Bildgeschichte, die den Leser mitnimmt auf eine innere Entdeckungsreise. Geschichte und Illustrationen bilden eine harmonische Ergänzung, die feinsinnige Erzählweise von Willi Fleddermann wird durch die kraftvollen und pointierten Zeichnungen hervorragend ergänzt. Das Vorwort stammt von Michael Krause, Superintendent des Kirchenkreises Herford. Er schreibt: »Der Frieden, den wir erleben, ist nicht so sehr eine Regung des Herzens; er verdankt sich immer noch gegenseitiger Abschreckung. Man hält sich in Schach. Ein Nachgeben könnte als Schwäche ausgelegt werden.«

Ermöglicht wurde die Veröffentlichung durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die das Projekt in erheblichem Umfang unterstützt hat. Die »Bärengeschichte« umfasst 80 Seiten und enthält viele Zeichnungen. Das Buch ist in einer Auflage von 500 Exemplaren erschienen. Unter ISBN 978-3-935827-15-7 kann es in jeder Buchhandlung bestellt werden. Preis: 12,80 Euro.

(Westfalen-Blatt Bünder Zeitung, Freitag 11. Dezember 2009)

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